GU-06-12-19 bis 15-02-20 ARS-ANIMALE, Grauvieh-Frösche_Minotauren

Eine eher ungewöhnliche Themenausstellung  „ARS ANIMALE“ überrascht vom lichbadenden Tiroler Grauvieh, einem rumänischem Bison über sich paarende Frösche, zum Tango tanzendem Minotaurus.

Ja, auch Tierdarstellungen in retrospekiver Gegenständlichkeit können in zeitgenössischer Kunst durchaus ihren Platz haben. Wäre es nicht die Kunst der Gegenwart, wenn sie nicht auch in diesem Genre spannende Zugangsweisen entstehen ließe. Tiere im engeren Sinn als Induviduen in Einzelportraits sind zu sehen, wobei sich die Darstellungsweise entscheidend ändert. Tiere in ihrer Beziehung zum Menschen werden behandelt, teils transferiert ins Surreale. Oft werden Tiere durch menschliche Eigenschaften entfremdet. Expressives und die Philosophie findet Zugang in das Tiergenge. All diese Situationen thematisiert die Ausstellung Ars-Animale in der Galerie Unterlechner.

Ein interessanter Reigen von 12 Künstlern hat sich diesem Thema auf verschiedene Weise in unterschiedlichen Techniken genähert. Von Maleriei, Lithografie, Radierung bis zu Plakatdruck, Fotografie und Keramik. Es entsteht für die zeitgenössische Kunst außergewöhnlicher, nicht üblicher Bogen, der ein neues, reizvolles Feld der bildenden Kunst erschließt.                                                                                     

 

Die Ausstellung ist bis zum 15. Feber 2020 zu sehen.Geöffnet ist die Galerie am MI, DO, FR und SA von 17:00 bis 19:00 Uhr und gern auch nach telefonischer Vereinbarung – 0664-7306 4434                                                                                                                                          

 

 

GU-19-10-19 bis 30-11-19 Kollektiv WILDWUCHS – AUS : RASTEN

Die bemerkenswerte Ausstellung AUS:RASTEN des Kunstkollektivs WILDWUCHS möchte der überall spürbaren Stimmung von Verunsicherung, Angst und Ausgrenzung entgegen wirken. Sie sei ein Versuch der TOTALEN EMPATHIE. Gegenwärtig erscheint AUSRASTEN ein passendes Synonym für den inneren und den äußeren Zustand der Menschheit zu sein.Dasb Kunstprojekt des Kollektivs Wildwuchs sei ein Denk- und Fühlanstoß.

Einerseits nach INNEN, den Geist zur Ruhe kommen lassen. Sich voll Empathie aufeinander einlassen- die Kunst des gegenseitigen Verstehens. Aber gleichzeitig gebiert AusRasten nach AUSSEN übermächtige Gefühle, Konfusion, Gewalt bis hin zum Destruktivem. Das Ziel sei eine Strategie zur Bewältigung zu finden- im Erleben von Empathie. Das heißt Zeichen setzen gegen Gier, Ausgrenzung und Hass. Die Künstler des Kollektivs Wildwuchs zeigen Versuche, Lösungen zu finden, des öfteren in Kooperationen:

Ursula BEILER, James CLAY, Barbara FUCHS, Ype LIMBURG, Atie MOZAFARY, Gabriela NEPO-STIELDORF, Werner RICHTER, Gerlind RICHTER-LICHTBLAU, Stephanie und Anja RUPRECHTER, Maria VILL und Daphna WEINSTEIN. Die Künstler zeigen in der Ausstellung Malerei, Collagen, Druckgrafik, Fotografie, Scherenschnitte, Skulpturen und Installationen. Die Arbeiten beleuchten entweder das Ausrasten-ausruhen nach innen, oder das agressive Ausrasten nach außen. Esv öffnet sich ein weites Feld, wie auch die daraus entstehenden Auseinandersetzungen, Krieg, Rassismus, Verfolgung und Tod. Ebenso beschäftigt sich das Kunstkollektiv mit  gesellschaftlicher Entwicklung, sei es das Verhältnis der Menschen zueinander, oder das Verhältnis zu Freiheit, Meinungsfreiheit, Meinungsunfreiheit und politischer Revolution.

Die Ausstellung finden neun der präsentierten Künstler, die bei der Vernissage anwesend waren, sehr gelungen, sie ist noch bis 30. November 2019 zu sehen. Geöffnet ist die Galerie am MI, DO, FR und SA von 17:00 bis 19:00 Uhr und gern auch nach telefonischer Vereinbarung – 0664-7306 4434                                                                                                                                          

 

GU 23.08.2019-12.10.2019 MARTHA MURPHY, Bewegung Wege Umwege

Die Galerie Unterlechner wollte schon länger eine Personale von MARTHA MURPHY ausrichten.Die Sammlung der Tochter Ruth Murphy gibt einen umsassenden Überblick des bildnerischen Lebenswerkes ihrer Mutter. Der künstlerische Werdegang der 2013 verstorbenen Schwazer Künstlerin ist in dieser Ausstellung gewissermaßen offengelegt, indem sieben Jahrzehnte ihres Schaffens vertreten sind. Und zwar in ganz unterschiedlichen Genres, wie klassische Portraits, mediterane Landschaften, meditative Abstraktionen, politische Plakate und Schriften, sowie das umfassende Kochbuch für Tochter Ruth, das ein einmaliges Zeitzeugnis bis zum Jahre 2000 darstellt.

Martha Murphy bevorzugte Kreide und Gouache, Techniken, die subtile Zwischenräume zulassen. Intuition leitete ihre Hände – sie arbeitete öfters beidarmig – was dem dynamischen Element im Schöpferischen entgegenkam. In verhalten expressivem Duktus legte sie vibrierende Farbräume an, in den unteren Schichten vom Zeichnerischen ausgehend, was der an der Akademie der bildenden Kunst in Wien ausgebildeten Grafikerin stets wichtig war. Rationalität und Sensibilität halten sich in ihren Inhalten die Waage, der kritische Geist der vielseitig gebildeten Künstlerin misstraute einerseits allem Festgefügten, aber auch einer allein aus der Emotion geborenen Kunst. Fein klingt in vielen Arbeiten ein hintergründiger Ton an, Neugierde entsteht.

Die  unaufdringliche Neutralität der Räumlichkeiten der Galerie Unterlechner bietet das ideale Gegengewicht zur Diversität der Ausstellung, die freilich nirgends den hohen formalen Anspruch der Künstlerin vermissen lässt. Geöffnet ist die Galerie jeweils am MI, DO, FR, SA von 17:00 bis 19:00 Uhr und gern auch nach telefonischer Vereinbarung – 0664-7306 4434.

 

 

 

GU 06.06.2019 – 24.06.2019-BERG-SPORT-BERGSPORT, Berufsschule Schwaz

BERG-SPORT-BERGSPORT- zu diesem Thema haben sich neun LEHRLINGE der BERUFSSCHULE SCHWAZ in Zusammenarbeit mit der GALERIE UNTERLECHNER bie den „KUNSTTAGEN 2019“ künstlerisch in verschiedenen Bereichen auseinandergesetzt.

Als Grundlage zeichneten die Lehrlinge Entwürfe von der Sportart, die sie sich ausgesucht hatten, um den jeweils  besten Entwurf auf Ton-Amphoren mit Tusche zu übertragen. Das Ergebnis waren „attisch schwarzfigurige Vasenmalereien“, angelehnt an die griechische Antike, vor allem an deren Olympische Spiele, die neben Sport auch Poesie und Musik beinhalteten. So entstand auf 1500 m auf den Rimpfhöfen in Südtirol auch ein Theaterstück, das mit einem Schauspieler einstudiert und bei der Vernissage aufgeführt wurde. Auch wurde analog Schwarzweiß fotografiert und japanische Heikus gedichtet, da einer der Lehrlinge gerade japanisch lernt. Weiters entstanden „Sportgeräte“ aus Materialien, die rund um den Rimpfhof gefunden wurden. Es wurden zum Beispiel Schi, ein Dreirad, eine Fechtmaske oder ein Volley-Wolle-Ball geschaffen.

Der künstlerische Leiter, Norbert EISNER (Malerei, Bildhauer), die Fotografin Julia HITTHALER, der Schauspieler Günter ETTL, Martin LAHNBACH (Siebdruck), sowie Karin LINTHALER und Güni NOGGLER sorgten für die notwendigen Arbeitsbedingungen und ein professionelles Umfeld. Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen, die Lehrlinge können zurecht stolz auf ihre Arbeiten sein: Simon FANKHAUSER, Anna-Lena HAUN, Bernadette HUBER, Jessica HUBER, Michelle HÜNLICH, Bubba Joseph KOSTNER, Christina LUXNER, Michelle SCHEIFINGER  und Yvette SIMADER.

Geöffnet ist die Galerie jeweils am MI, DO, FR, SA von 17:00 bis 19:00 Uhr und gern auch nach telefonischer Vereinbarung – 0664-7306 4434.

 

 

GU 12.04.2019 – 25.05.2019 – TEILEN MACHT REICH, für Kinder im Senegal

TEILEN MACHT REICH – Die wichtige und bemerkenswerte Benefiz- Ausstellung soll eine Chance für Schulkinder im Senegal sein. Ganz konkret geht es um finanzielle Hilfe für Kinder, deren Eltern in Armut leben und die nötigen Gebühren für elementare Schulen nicht aufbringen können. Die Kinder bekommen keine Ausbildung, bleiben Analphabeten wie ihre Eltern, und müssen im selben Teufelskreis ihr Leben fristen. Rosemarie Sternagl erlebt diese Armut hautnah im Senegal. Und wir könnten locker vielen Familien helfen, indem wir uns einen Ruck geben und eines der ausgestellten Kunstwerke erwerben – und das zum HALBEN PREIS. Davon kommen ZWEI DRITTEL direkt via Sternagl zu den Familien, die ihren Kindern eine Schule ermöglichen wollen. Ein DRITTEL als Anerkennung für die Künstler.

Die hilfsbereiten KünstlerInnen bilden einen bedeutsamen Reigen. Für Kunstliebhaber eine einmalige Gelegenheit. Karin ASTL zeigt abstrakte, farbintensive Werke, Ursula BEILER ist mit kleinen Holzfiguren und Acrylmalerei vertreten. John CRABTREE untersucht verschiedene Ebenen im Figuralem, Gernot EHRSAM präsentiert Holzskulpturen, wie die Vertreibung aus dem Paradies. Andrea HOLZINGER spendet 4 ihrer bekannten, feinen Ölbilder, Josef Huber brilliert mit Kombinationen von Pflanzendrucken und Zeichnung. Susanne KIRCHER-LINER zeigt in bewährter Exaktheit eine leuchtende Blumenaura, Elisabeth MELKONIYAN überrascht mit kraftvollen Abstraktionen, unzähligen Skizzen und Tonskulpturen, die in Mali entstanden sind. Martha MURPHY, Werner RICHTER und Gerlinde RICHTER-LICHTBLAU sind mit einer Arbeit vertreten, während Rosemarie STERNAGL zahlreiche Werke, die alle im Senegal entstanden sind, zeigt- Acrylmalerei und Collagen mit afrikanischen Stoffen. Margaritha WANITSCHEK beschließt den Reigen wiederum mit sehr farbigen Abstraktionen.                                                                                                                                                                                          Bis 25. MAI ist Gelegenheit, für ein SCHNÄPPCHEN und für Kinder etwas SINNVOLLES zu tun. Geöffnet ist die Galerie jeweis am MI, DO, FR und SA von 17:00 bis 19:00 Uhr und gern auch nach telefonischer Vereinbarung – 0664-7306 4434                                                                                                                                          

 

GU 23.2.2019 – 6.04.2019 – POLITIK & GESELLSCHAFT im Spiegel der Kunst

Die sehr bemerkenswerte Ausstellung sei ein Versuch, einige uns bewegende, berührende Aspekte aus Politik und Gesellschaftspolitik durch bildende Kunst sichtbar zu machen – wertfrei oder kritisch subjektiv. Künstlern ist es ein Anliegen, sich gerade zu diesen Themen zu äußern. Dementsprechend zahlreich und vielschichtig ist die Künstlerauswahl:

Ziad al ABBO, Thomas BAUMGÄRTEL, Ursula BEILER, Steffen BLUNK, Marc CHAGALL, John CRABTREE, ERRÓ, Johannes FESSL, Thomas FEUERSTEIN, Maria HENN, Anton HENNING, Dimitri HOLZINGER, Andrea HOLZINGER, Andreas HOLZKNECHT, Horst JANSEN, Stephan JUTTNER, Vladimir KONONOV, Anton KRAJNC, Wilhelm LIENTSCHER, Heinz LINDINGER, Güni NOGGLER, A.R. PENCK, Thomas RIESS, Bertram SCHRECKLICH, Daniel SPOERRI, THITZ, Zeljko UREMOVIC, Markus VALAZZA, Ben VAUTIER, Othmar WOLF und Herwig ZENS. Malerei, Grafik Fotografie und Skulptur spiegeln unsere Gesellschaft. Der Bogen ist ein weiter – bildende Kunst an sich wird hinterfragt, die Auswirkungen von Architektur, bis hin zum Denkmalschutz werden thematisiert. Die Wesenheit von Glaube, Religion, sowie ihr Missbrauch ist ein weites Feld, wie auch die daraus entstehenden Auseinandersetzungen, Krieg, Rassismus, Verfolgung und Tod. Ebenso beschäftigt sich bildende Kunst in dieser Ausstellung mit der gesellschaftlichen Entwicklung, sei es das Verhältnis der Menschen zueinander, oder das Verhältnis zu Freiheit, Meinungsfreiheit, Meinungsunfreiheit und politischer Revolution.                                                                                                                                                                                                                              Die Ausstellung finden sechs der präsentierten Künstler, die bei der Vernissage anwesend waren, sehr gelungen, sie ist noch bis 6. April 2019 zu sehen. Geöffnet am MI, DO, FR und SA von 17:00 bis 19:00 Uhr und gern auch nach telefonischer Vereinbarung – 0664-7306 4434                                                                                                                                          

 

GU 22.11.2018 – 13.01.2019 – JOHN CRABTREE & DIRK GROSS, „wie eine Landschaft“

Zwei unterschiedliche Künstler, ein fast Londoner und Wahltiroler, sowie der sächsische Schweizer und Wahlwestfahle, sind durch die Klammer „wie eine Landschaft“ in der Galerie Unterlechner vereint. Beide bewegen sich in ihrer Malerei zwischen Abstraktion und einer Gegenständlichkeit, die sich dem Zitat Max Weilers „wie eine Landschaft“ annähert.

JOHN DAVID CRABTREE wurde durch seine Aufenthalte in Tirol und Sizilien zur Landschaftsmalerei inspiriert. Er nähert sich dabei der Idee einer photographischen Atmosphäre von Farbreduzierung und Transparenz, in Erinnerung an Dias. Um Berge zu erfassen, ist die Beobachtung von wechselndem Licht und das Spüren der elementaren Kräfte von Felsen und Gipfeln Voraussetzung. Seine Arbeiten können als verinnerlichte Landschaften gesehen werden.

DIRK GROSZ abstrahierte, brach alles auf das Minimalistischste herunter, es entstanden Landschaftsblöcke. Als nächstes reduzierte er Flächen nur noch auf eine Linie. Letztendlich reduziert er Farben ins Hellste des Möglichen, die Arbeiten bekommen etwas Transzendentales, sie lassen trotz ihres natürlichen Landschafts-Konzentrates, eine freie Interpretation zu. Sie erinnern an Meditation, an Eintauchen in eine andere Realität.                                                                                                                                                                                                                                              Die Ausstellung finden beide Künstler als sehr gelungen, sie ist noch bis 13. Jänner 2019 zu bewunden. Geöffnet am MI, DO, FR und SA von 17:00 bis 19:00 Uhr und gern auch nach telefonischer Vereinbarung – 0664-7306 4434                                                                                                                                          

 

GU 20.09.2018 – 14.11.2018 – Kunstkollektiv WILDWUCHS, MUT-WILLIG GEGEN-LICHT

Der Hauptaspekt zum Thema „MUT-WILLIG“, dem WILLEN zum MUT, ist dem Kunstkollektiv WILDWUCHS in dieser Ausstellung der zusätzliche, vielschichtige Begriff „GEGEN-LICHT“.

Um Licht zu begegnen, erfordert es Aufmerksamkeit. Und um nicht in Blendung zu erstarren, ist es nötig, den Blick auch ins Dunkel zu richten. Dieser Blick bewahrt uns davor, „hinters Licht geführt“ zu werden und alles andere auszublenden.Dieser Aspekt ist wieder einmal brandaktuell und sollte nicht aus Unachtsamkeit beiseite geschoben werden.

Andererseits kann volles Licht auch erhellen, erleuchten. Auch diese Thematik, wie die des Gegenlichts versuchen die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler auszuloten: Ursula BEILER (A), James CLAY (USA), Barbara FUCHS (A), Doris KNAPP (A), Ype LIMBURG (NL), Laura MANFREDI (I), Werner F. RICHTER (A), Gerlinde RICHTER-LICHTBLAU (A), Bertram SCHRECKLICH (A), Nikolina SCHUHNETZ (HR) und A.R.T. UNTERLECHNER (A).

Die Ausstellung ist bis 14. November 2018 geöffnet, am MI, DO, FR, SA von 17.00 bis 19.00 Uhr und gern nach telefonischer Vereinbarung – 0664-73064434.

 

 

 

 

 

 

GU 18.05.2018 – 14.07.2018 – ARTES CORPORIS, der Körper in der Kunst

ARTES CORPORIS, die Künste des Körpers, lautet der Titel einer sehr breitgefächerten Themenausstellung über Malerei, Grafik und Bildhauerei. Das Sujet ist der menschliche Körper in vielen Ausformungen, wobei der weibliche Körper in der zeitgenössischen Kunst eindeutig bevorzugt wird.

Die unterschiedlichsten Positionen werden in ungewöhnlicher, dichter Präsentation in einer Petersburger Hängung gegenüber gestellt. Dazu finden manchmal in frecher Weise die Arbeiten mit Alltagsgegenständen eine Ergänzung, eine Entgegnung oder eine Erklärung. Stilen sind ab dem Anfang des 20. Jahrhundert kaum Grenzen gesetzt, vom österreichischen Doppeladler über griechische Fruchtbarkeitsgöttinnen bis zu Modellen Picassos spannt sich der Körperreigen dieser Ausstellung, die bei der gut besuchten Vernissage großen Anklang und Anerkennung gefunden hat.

.

 

 

 

 

 

 

 

GU 23.01.2018 – 31.03.2018 – Johannes HAIDER – STRICHANSICHTEN

JOHANNES HAIDER, der herausragende Radierer und Zeichner, schuf in Oslip/Burgenland seine NN-fabrik, ein bedeutsames Kunstzentrum mit Druckwerkstatt für bildene Kunst und für experimentelle Literatur, sowie einen ausgedehnten Skulpturengarten – ein Zentrum für eine internationale Künstlerschaft.

Haider konnte sich speziell mit seiner meisterhaften Grafik auch auf dem internationalen Markt gut behaupten. Leider ist er bei einem unglücklich Unfall 2014 allzu früh verstorben. Haider beschäftigte sich Zeit seines Lebens mit dem Strich an sich und mit Strichen im Kollektiv.Er schuf neben pastos aufgetragenen Ölbildern extrem schwungvolle Zeichnungen mit Buntstiften und Graphit. Die markantesten, besten Ausformungen seiner Strichkunst konnte er in überragenden, oft sehr großformatigen Radierungen erreichen. Es erforderte ein beeindruckendes technisches Können, den Widerstand der schweren Kupferplatten mit viel Krafteinsatz zu überwinden. Er setzt vor allem die Radiertechniken Strichätzung, Kaltnadel, Flächen- und Direktätzung, sowie Aquatinta bei der Bearbeitung der Kupferplatten ein. Es entstehen lyrisch-zarte Linien über kraftvoll-lebendige Striche bis hin zu explosiv-expressiver Grafik. Seine anfänglich unbetitelten, abstrakten Arbeiten wurden später trotz weitgehender Verallgemeinerung durch ganz konkrete Titel zu Abbildern bestimmter Landschaften aus seinem burgenländischen Umfeld. Johannes Haider meinte, dass ein Bild im Künstler bereits angelegt ist, er müsse es nur heben.